Für Höfe im Süden und Osten Österreichs
Landwirte sind Handwerker. Nicht Sachbearbeiter.
Die Arbeit am Hof kann niemand abnehmen. Die Arbeit danach am Küchentisch schon. Ich richte ein, dass Aufzeichnungen dort entstehen, wo die Arbeit passiert.
Aufzeichnen
Einmal ins Handy sprechen, statt abends nachtragen. Die Spracherkennung läuft am Hof.
Belege
Lieferschein fotografieren, Rechnung weiterleiten. Am Monatsende geht die Sammlung sortiert an den Steuerberater.
Fristen
Fehlende Einträge melden sich vor dem Termin. Kein Suchen im Jänner.
Fundament
WLAN über Hof und Stall, Internet in Randlage, Kamera, Backup. Ohne das hat digitale Aufzeichnung keinen Sinn.
Was an Ihrem Betrieb zuerst weggeht
Fünf Betriebsarten, dieselbe Logik: erst der Ärger, dann der RestDie Aufzeichnung, die man am Abend rekonstruiert
Heute: Am Feld merken, am Küchentisch nachtragen. Seit 2026 gehören zusätzliche Angaben dazu, unter anderem der EPPO-Code der Kultur — nachzuschlagen, wenn man müde ist.
Danach: Am Vorgewende einmal ansagen: Fläche, Mittel, Menge. Der Eintrag steht vollständig im Programm, das Sie schon verwenden.
Das Weidetagebuch, das keiner täglich führt
Heute: Austrieb, Eintrieb, welche Gruppe auf welcher Koppel. Aufzuschreiben wäre es täglich, geschrieben wird es vor der Kontrolle.
Danach: Beim Auftreiben kurz ansagen, der Eintrag steht mit Datum. Was für die Maßnahme noch fehlt, wird gemeldet statt geraten.
Lieferscheine, die im Auto liegen bleiben
Heute: Holzübernahmescheine, Frächterrechnungen, Förderunterlagen. Die Abrechnung kommt Monate später, und dann fehlt ein Blatt.
Danach: Beim Einsteigen abfotografiert, dem Schlag zugeordnet, auffindbar. Am Jahresende steht die Aufstellung, ohne Ordnerdurchsuchen.
Bestellungen über vier Kanäle, eine Bäuerin
Heute: Bestellungen kommen per Telefon, Nachricht, Mail und Zettel im Hofladen. Dazu Etiketten, Zutaten und Allergenangaben, die bei jeder Änderung nachziehen müssen.
Danach: Alle Bestellungen an einem Ort, Lieferschein und Rechnung entstehen daraus. Wer nicht abgeholt hat, wird erinnert.
Stunden, die man im Kopf mitschreibt
Heute: Maschinenstunden für Nachbarn, Fuhren, Winterdienst. Abgerechnet wird nach Erinnerung, meist zu wenig.
Danach: Nach dem Einsatz kurz diktiert: wer, was, wie lange. Am Monatsende liegt die Abrechnung fertig da.
Ihr Betriebszweig steht nicht dabei? Die Muster wiederholen sich: irgendetwas wird zweimal erfasst, irgendetwas fällt durch, irgendwo liegt Wissen, an das niemand herankommt. Erzählen Sie mir Ihren Fall.
Was ich hier nicht behaupte
Ich ersetze kein Aufzeichnungsprogramm und keine Beratung der Landwirtschaftskammer. Ich schließe an, was Sie schon haben — ÖDüPlan, FARMDOK, Agrarcommander oder eine Tabelle — und mache das Eintragen erträglich.
Warum das jetzt dringend wird
Handschriftlich geht sich das nicht mehr aus.
Seit 1. Jänner 2026 sind bei der Pflanzenschutzanwendung zusätzliche Angaben aufzuzeichnen — unter anderem der EPPO-Code der Kultur und, wo relevant, das Entwicklungsstadium. Aufgezeichnet werden muss weiterhin innerhalb von drei Tagen nach der Ausbringung.
Elektronisch müssen die Aufzeichnungen für das Jahr 2027 vorliegen, mit Übergangsfrist bis spätestens 31. Jänner 2028. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt die elektronische Form schon jetzt, weil es von Hand nicht praktikabel ist. Wer ohnehin umstellen muss, sollte gleich so umstellen, dass es weniger Arbeit macht statt mehr.
Stand September 2026. Welche Pflichten für Ihren Betrieb gelten, hängt von Flächen, Tierhaltung und ÖPUL-Maßnahmen ab — die verbindliche Auskunft kommt von Ihrer Landwirtschaftskammer, nicht von mir.
Was ohnehin dokumentiert werden muss
- Pflanzenschutzanwendungen, seit 2026 im erweiterten Umfang
- Düngung nach Nitrat-Aktionsprogramm, ab fünf Hektar Ackerfläche
- Gesamtbetriebliche Stickstoffbilanz bis 31. Jänner des Folgejahres
- Schlagbezogene Aufzeichnungen in Nitratrisikogebieten
- ÖPUL-Maßnahmen: Weidetagebuch, Grundwasserschutz Acker, System Immergrün, bodennahe Ausbringung
- Und daneben: Belege, Lieferscheine, Rechnungen für den Steuerberater
Der erste Schritt
Erzählen Sie mir, was am Küchentisch liegen bleibt.
Ein Anruf reicht. Ich sage Ihnen im Gespräch, ob sich der Aufwand für Ihren Betrieb lohnt — und wenn nicht, dann auch das.
Ich begleite jede Umsetzung persönlich und nehme nur so viele gleichzeitig an, wie das zulässt. Wer die Aufzeichnungen bis zur elektronischen Pflicht in Ruhe umstellen will, sollte früh reden.
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